28.08.2010   Kategorie: Ärzte News  

Warum ist Gesundheit so teuer geworden?

Die Krankenkassen klagen ständig über Ebbe in der Kasse, und jeder Patient muss zusehends mehr aus der eigenen Tasche bezahlen, wenn ihm seine Gesundheit am Herzen liegt. Viele Patienten fragen sich jedoch, warum Gesundheit so teuer geworden ist?! Diese Frage kann man nicht so pauschal beantworten, denn die gestiegenen Kosten im Gesundheitswesen hängen von mehreren Faktoren ab.

Zum einen liegt es am medizinischen Fortschritt, denn es drängen immer wieder neue Arzneimittel, Impfstoffe und Diagnoseverfahren auf den Markt, die natürlich auch ihren Preis haben. Wenn ein Arzt teure Geräte anschafft, dann müssen sich diese natürlich auch schnellstmöglich amortisieren. Gerade wegen dieser Fortschritte auf dem Gebiet der Medizin ist auch die Lebenserwartung im Vergleich zu früher deutlich gestiegen. Im Alter sind Menschen jedoch auch eher krank, zahlen aber im Verhältnis zu berufstätigen Versicherten weniger in die Kassen ein. Dazu kommt noch der Geburtenrückgang, so dass die Bevölkerung im Grunde immer älter wird.

Zu den größten Ausgabeposten gehört die Versorgung der Patienten in Krankenhäusern. Viele Krankenbetten stehen leer, kleine Kliniken müssen teilweise geschlossen werden, und in den großen Kliniken wird immer wieder in neue Apparate investiert. Viele Operationen sind beim genaueren Betrachten unnötig, so werden in Deutschland auffallend viele Kaiserschnitte oder Herzkatheder-Operationen durchgeführt, auch nach Bandscheiben-Vorfällen wird schnell zum Skalpell gegriffen.

In den letzten Jahren sind auch die Aufwendungen für Medikamente stark gestiegen. Das bedeutet aber nicht, dass man von den Medikamenten auch automatisch mehr Wirkung erwarten kann, häufig handelt es sich nur um eine Weiterentwicklung bereits bestehender Wirkstoffe. In Zukunft sollen neue Medikamente wesentlich kritischer überprüft werden, um die Kostenexplosion in diesem Bereich etwas zu hemmen.

Lange Zeit wurden die niedergelassenen Ärzte in den neuen Bundesländern schlechter bezahlt, so dass die Honorare nach und nach denen im Westen angeglichen werden mussten. Auch die Verträge, die mit Hausärzten geschlossen wurden, führten bei den Krankenkassen zu höheren Ausgaben.

Allerdings tragen auch die Patienten selbst ihren Teil dazu bei, dass die Kosten im Gesundheitswesen deutlich gestiegen sind. Vorsorgeuntersuchungen sind immer noch freiwillig und werden von vielen Patienten nicht in Anspruch genommen. Wenn die Praxisgebühr für ein Quartal bezahlt wurde, dann gehen manche Patienten sehr häufig auch bei Kleinigkeiten zum Arzt, die sich sehr gut auch selbst behandeln könnten.

Foto: Hemera | Thinkstock