13.11.2011   Kategorie: Ärzte News  

Steigende Zahnarzthonorare ab 2010

Durch die neue Gebührenverordnung, werden die Zahnarztkosten ab 2012 um ca. 6 Prozent ansteigen, was nach ersten Schätzungen ein Plus von rund 345 Millionen € zusätzlich einbringt. 23 Jahre lang basierte die GOZ immer auf demselben Prinzip, bis das Bundeskabinett nach langen Debatten einen eine neue Verordnung verabschiedet hat. Nötig war dies schon lange, denn viele Leistungen waren bei der alten Gebührenverordnung gar nicht verankert, was bei den Abrechnungen der Ärzte immer wieder zu Unklarheiten und Verwirrungen führte. Im kommenden Jahr sollen die Zahnartbehandlungen durch das Punktesystem abgerechnet werden. Je aufwendiger die Leistungen ausfallen, umso höher steigen die Punkte und damit die anfallenden Kosten für Patient und Krankenkasse. Jedoch besitzen die Ärzte einen gewissen Spielraum bei den Gebührensätzen. Während die Kassenverbände jedoch davor warnen, dass die Leistungen zu sehr ausgeschöpft werden, nimmt die Regierung eher ein angemessenes Abrechnungsverhalten an.

Betroffen sind Kassenpatienten sowie die privat Versicherten. Wo der Patient beispielsweise in diesem Jahr, für eine Krone um die 260€ ausgab, muss er ab nächsten Jahr mit gleich 280€ rechnen. Bei den Einlagenfüllungen steigen die Preise sogar um 120 Prozent an. Selbst der Eigenanteil bei den Brücken oder Implantaten wird um das doppelte teurer.

Wirf man einen Blick auf die letzen 8 Jahre, so stellt sich schnell heraus, dass auch da schon die Honorarkosten der Zahnärzte schleichend angestiegen sind. Zusammen ergibt die Steigerung über die Hälfte der herkömmlichen Kosten, die Gehälter der Patienten jedoch kamen gerade mal auf ein Plus von 4 Prozent. Vor allem Kassenpatienten, die keine Zahnzusatzversicherung günstig gefunden haben schauen dem kommenden Jahr daher sehr kritisch entgegen.

Gerechtfertigt wird die erneute Erhöhung der Zahnarztkosten aufgrund der stetig steigenden Laborkosten, welche ebenfalls vom Patienten und der Krankenkasse direkt abgerechnet werden. Einsparungen sind jedoch weiterhin möglich. Preise vergleichen kann dem Patienten ein Vorteil bis zu 150 Prozent verschaffen. Auch gilt es abzuwägen ob man sich nicht an ausländische Labore wendet, die qualitativ dem der deutschen gleichgestellt sind. Zudem sollten die Arztbesuche weiterhin regelmäßig durchgeführt werden, da die Krankenkassen nur bei stetiger Kontrolle einen Anteil der Kosten übernehmen.

Geringverdienende Patienten biete sich die Möglichkeit bei der Krankenkasse sich als Härtefall einstufen zulassen, wodurch der doppelte Anteil der anfallenden Kosten übernommen wird. Zu beachten hierbei wäre, dass nicht alle wo von Zuzahlungen befreit sind, automatisch als Härtefall eingestuft werden. Erstens gilt es einen Antrag dafür zu stellen und zweitens wird zunächst geprüft wie hoch das Einkommen ist, denn dieses entscheidet letztendlich ob der Patient bei den Zahlungen unterstütz werden kann oder nicht.