10.07.2013   Kategorie: Ärzte News  

Qualitätsmanagement für Arztpraxen

Qualitätsmanagement ist mittlerweile ein fester Bestandteil in jeder Praxis, schon weil es die Gesetzgebung so verlangt. Die Zertifizierung nach DIN EN 9001:2000 ist jedoch noch keine Pflicht.

Was ist Qualitätsmanagement (QM)

QualitätsmanagementDie Praxisleitung bestimmt in Absprache mit den Mitarbeitern einen Qualitätsmanagement-Beauftragten, den sogenannten QMB. Dieser eignet sich sein Wissen auf speziellen Schulungen an, um dann das erlernte praktisch in der Praxis umzusetzen. Hauptbestandteil dieser Arbeit ist das Anlegen eines Handbuches, in dem Aufbau und Ablauforganisation der Praxis und des Qualitätsmanagements beschrieben sind. Dazu dienen sogenannte Prozessbeschreibungen, diese beschreiben die genauen, einzelnen Tätigkeiten in einem bestimmten Prozess, früher auch Arbeitsanweisung genannt.

Zum Beispiel kann hier der genaue Ablauf einer Blutentnahme festgelegt werden, das Anlegen eines Gipsverbandes oder die Durchführung einer Probeexcision. Die Checklisten beinhalten Auflistungen, beispielsweise von Medikamenten, Verbandsmaterial oder Bürobedarf zur Kontrolle des Bestandes und der Haltbarkeit.Ebenso kann eine Checkliste die regelmäßige Prüfung bestimmter Vorgänge im Labor beinhalten: Kontrolle der Kühlschranktemperatur, in denen Medikamente gelagert werden.

Zentrales Anliegen: Kommunikation

Ein besonders wichtiger Punkt des QM ist die Kommunikation untereinander. Nicht alle Angestellten sehen sich täglich, es gibt Vollzeit – und Teilzeitkräfte. Regelmäßige vom QMB angesetzte Teambesprechungen beugen so mangelnder Kommunikation und schlechtem Informationsfluss vor. Hier können dann zum Beispiel auch Termine für Unterweisungen an Medizinprodukten besprochen werden, die ebenfalls regelmäßig durchgeführt werden sollten.
Das Handbuch sollte immer griffbereit in der Praxis stehen um sofort darin nachschlagen zu können. Durch die Transparenz jeglicher Abläufe in einer Arztpraxis ist ein effektiveres Arbeiten garantiert. Was natürlich nicht nur dem Praxisinhaber zu Gute kommt, der natürlich auch immer an die Wirtschaftlichkeit denken muss, sondern vor allem auch den Patienten denn den betreffend, sollte immer das Ziel sein, besser zu behandeln und zu betreuen. Um diesen Punkt vollends auszuschöpfen, können Patientenumfragen zur Zufriedenheit durchgeführt werden, diese sind ebenfalls Teil des QM.

Ziel des Qualitätsmangements für die Praxis sollten effizientere Abläufe, Erkennen von Fehlern, Einhaltung von Arbeitssicherheitsmaßnahmen und die Wahrung der Vorgaben aus der vertragsärztlichen Versorgung sein. Trotz anfänglichem Mehraufwand, haben Praxisinhaber, Mitarbeiter und Patienten nur Vorteile durch das Arztpraxis Qualitätsmanagement und wer den letzten Schritt machen möchte lässt sich zertifizieren.

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