26.05.2010   Kategorie: Fachärzte  

Psychiater

Psychiater ist der Facharzt für Diagnose, Behandlung und Erforschung von Erkrankungen des Geistes und der Seele (Psychiatrie).

Die Häufigkeit von psychischen Erkrankungen nimmt ständig zu, da das gesamte Lebensumfeld der Menschen durch Hektik und Erfolgs- oder Erwartungsdruck geprägt ist. Jedoch geben die Wenigsten zu, dass sie psychische Probleme haben, da sie bei bekannt werden, Angst vor den Reaktionen ihrer Mitmenschen haben und sich stigmatisiert fühlen.

Dabei ist gerade in der Psychiatrie eine rechtzeitige Erkennung und dadurch mögliche prophylaktische Behandlung von großer Wichtigkeit. Deshalb gehen immer mehr psychiatrische Einrichtungen dazu über, Aufklärungsarbeit zu betreiben, um die Versorgung der Kranken weiter zu optimieren.

Im Laufe der Zeit haben sich die Aufgaben einer psychiatrischen Einrichtung sehr verändert. Während in der Vergangenheit vorwiegend Schizophrenie, Depressionen, Demenz, Zwangsstörungen und viele andere geistige Defizite behandelt wurden, musste man dazu übergehen, auch Suchtkrankheiten zu therapieren, da diese, insbesondere aber der Alkoholmissbrauch, unverhältnismäßig stark gestiegen sind. Häufig werden diese Süchte von seelischen Erkrankungen wie Depressionen, Schlafstörungen oder Angstzuständen begleitet, die einer ernsten Behandlung bedürfen. Dabei kommt es zwar in erster Linie auf eine medikamentöse Entgiftung des Körpers an, um damit eine Linderung der sehr unangenehmen Entzugserscheinungen zu erreichen, sollte aber in jedem Fall von einer psychosozialen Betreuung begleitet werden.

Neben der Behandlung der Abhängigkeit oder des Missbrauches von Suchtstoffen wird mit den Patienten an Problemlösungen gearbeitet, die dazu beitragen sollen, die Rückfallquoten zu minimieren. Gruppen- oder auch Einzelgespräche können helfen, individuelle Lösungen zu finden und in den Bereichen Wohnen, Ämter, Finanzen oder auch bei zwischenmenschlichen Beziehungen Hilfe nach dem Entzug zu gewähren. Da allgemein bekannt ist, wie schwer die ersten Wochen nach einem Entzug für den Patienten sind und ein Rückfall bei sozialer Ausgrenzung nicht ausgeschlossen, ja sogar in vielen Fällen wahrscheinlich ist, bieten bereits viele Kliniken eine poststationäre Weiterbetreuung an.
So kann der Patient, natürlich auf freiwilliger Basis, die in der Einrichtung stattfindenden Kreativ- und Freizeitangebote nutzen oder bei Bedarf um Hilfe oder Begleitung, zum Beispiel bei wichtigen Terminen oder Amtsgängen, bitten.

Ziel der Psychiatrie bei der Behandlung von suchtkranken Menschen ist der rasche Ausstieg aus dem Drogen- oder Alkoholkonsum, um das Leben wieder lebenswert zu machen und dafür gebührt ein aufrichtiger Dank …