29.02.2012   Kategorie: Ärzte News  

PKV 2012 – was ändert sich?

Per Gesetz muss in Deutschland jeder eine Krankenversicherung haben. Dabei gibt es die Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) und die Privaten Krankenversicherungen (PKV), die zur Auswahl stehen. Alle abhängig Beschäftigten müssen bis zu einer bestimmten Verdienstobergrenze Mitglied einer GKV sein.

Diese Einkommensgrenzen werden in jedem Jahr an die allgemeine Lohn- und Gehaltsentwicklung angepasst und es werden per Rechtsverordnung entsprechende neue Werte festgelegt.
Für 2012 liegt die Beitragsbemessungsgrenze bei einem Bruttoverdienst pro Jahr von 45900 € (3825 € im Monat). Die Versicherungspflichtgrenze der GKV liegt 2012 im Jahr bei 50850 € (4237,50 € im Monat). Der Maximale Arbeitgeberzuschuss erhöht sich damit von 271,01€ im Monat für 2011 auf 279,23 Euro im Monat für 2012.

Neben dem höheren Arbeitgeberzuschuss werden auch besserverdienende Arbeitnehmer mit höheren Beiträgen belastet und der Wechsel für diesen Personenkreis in eine PKV wird schwerer. Die finanzielle Lage der GKV ist für das Jahr 2012 weitestgehend gut, so dass die Versicherten von einen stabilen Beitragssatz von insg. 15.5% ausgehen können und keine weiteren Zusatzbeiträge in diesem Jahr erhoben werden. Von diesem Beitrag zahlt der Arbeitgeber 7,3% und der Arbeitnehmer 8,2%. Gewerbetreibende und Selbständige zahlen den vollen Beitrag selbst. Einige GKV haben bei bestimmten Sondertarifen Veränderungen angekündigt.

Durch die Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze steigt automatisch der Höchstbeitrag für freiwillig Versicherte in den GKV auf 592,88 € im Monat. In vielen PKV müssen die Versicherten 2012 bis zu 40 % mehr für ihre Krankenversicherung zahlen, wenn sie den Tarif beibehalten wollen. Als Gründe geben die PKV an: neue Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) mit einer Erhöhung bis zu 6%

Auswirkungen der gesetzlich vorgeschriebenen Billigtarife (Basistarif), den jede PKV anbieten muss demografischer Wandel, mit der Folge, dass die Altersrückstellung erhöht werden müssen um medizinisch-technischen Fortschritt bezahlen zu können. Jeder, der einen Wechsel der bestehenden Krankenversicherung, ob innerhalb der GKV, oder von der GKV zur PKV erwägt, sollte diesen Schritt genau prüfen, weil besonders in den PKV auch zukünftig mit weiteren Beitragserhöhungen zu rechnen ist.

In jedem Fall sollte vor dem Wechsel ein umfangreicher Versicherungsvergleich erfolgen, wobei dabei immer nur der jetzige ist Stand angeteigt wird und kaum jemand vorhersagen kann, wie sich die heute noch günstige PKV in den folgenden Jahren bei den Beiträgen entwickeln wird.