08.12.2015   Kategorie: Ärzte News  

Pflegekräfte aus Osteuropa

Viele Menschen möchten bis ins hohe Alter fit bleiben. Die Wirklichkeit ist jedoch völlig anders. In Deutschland sind bereits etwa zwei Millionen Bundesbürger pflegebedürftig. Mindestens 80 Prozent sind 65 Jahre und älter. Die Anzahl der älteren Mitbürger steigt immer mehr an. Das hat zur Folge, dass im zunehmenden Maße Menschen Pflege benötigen.

Alternativen bei Pflegebedarf

Angehörige haben heutzutage meistens kaum mehr die Möglichkeit, die Großeltern oder Eltern dauerhaft zu pflegen. Man kommt rasch an seine Grenzen, wenn es um das Bedürfnis geht, die Betreuung des Familienglieds in seiner vertrauten Zuhause zu übernehmen. Das liegt daran, dass die Versorgung und der Haushalt der zu pflegenden Person nicht wenig Zeit benötigt. Die Einstellung einer deutschen Pflegekraft, die rund um die Uhr vor Ort ist, kann eigentlich kaum jemand bezahlen. Seit mehreren Jahren liegt jedoch der Einsatz von Pflegekräften aus osteuropäischen Ländern voll im Trend. Mittlerweile senden viele Agenturen aus Tschechien, Ungarn und Polen kompetente Damen (und auch zum Teil Männer) in die Bundesrepublik.

Vorteile & Nachteile

Wenn der Pflegebedürftige genügend Platz in seinen Räumlichkeiten hat, bezieht die Pflegekraft ihren Rückzugsort in ihrem neuen Arbeitsumfeld. Besteht die Möglichkeit jedoch nicht, kann sie in ein Zimmer ziehen, dass in der Nähe des Pflegebedürftigen liegt. Die Pflegekraft hilft beim An- und Ausziehen, bei der Körperpflege und bei der Vorsorge. Dazu übernimmt sie einfach Haushaltsarbeiten, wie z. B. Einkäufe erledigen, Wäsche waschen und das Vorbereiten der Mahlzeiten. Außerdem ist sie die unterstützende Kraft, wenn mit dem Pflegebedürftigen laufend psychiotherapeutische Übungen durchgeführt werden. Weil die Pflegekräfte normalerweise eine eigene Familie in ihrer Heimat haben, sind sie daher höchstens zwei bis maximal drei Jahre an ihrem Einsatzort tätig. Zudem nehmen sie in gewissen Zeitabständen Urlaub, um nach Hause zu fahren.

Versicherungen und Bezahlung

 

Wer jedoch über eine Agentur eine Pflegekraft beantragt hat, erhält für den Urlaubszeitraum eine Vertretung. Dies wird allgemein empfohlen, damit auch die Familienmitglieder Auftraggeber bleiben und nicht als Arbeitsgeber tätig werden. Sozialversichert ist die Pflegekraft durch die Agentur in dem Land, in dem sie sonst zuhause ist. Jedoch kann sie aufgrund des E-101-Scheins bis zu höchstens einem Jahr am Stück beschäftigt werden. Nach zwölf Monaten hat sie für zwei Monate nach Hause zu reisen. Aufgrund der noch nicht eindeutigen Gesetzgebung in der Bundesrepublik, arbeiten vermutlich 100.000 Pflegekräfte aus Osteuropa nicht legal.

Ob über eine Agentur oder privat, die Vorteile der Rund-um-die-Uhr-Pflegekraft ist, dass der Pflegebedürftige nicht alleine ist, in seinem vertrauten Zuhause verbleiben kann und ihm bei sämtlichen Aufgaben geholfen wird. Doch nicht jede ausländische Pflegekraft spricht gutes deutsch. Auch wenn die Versorgung garantiert wird, können am Anfang doch Kommunikationsschwierigkeiten auftreten.