26.05.2010   Kategorie: Fachärzte  

Pathologe

Die medizinische Fachrichtung der Pathologie beschäftigt sich mit der Ursache und dem Verlauf von Krankheiten. Pathologen werden meist mit dem Sezieren von Leichen in Verbindung gebracht, in der Realität ist dies jedoch lediglich einer der vielen Betätigungsfelder eines Pathologen. Auch wenn Pathologen neben den Gerichtsmedizinern in rechtsmedizinischen Instituten Leichen auf ihre Todesursache hin untersuchen und Analysen zu ihrer Identifizierung durchführen, so ist die Pathologie, wie es auch ihre wörtliche Übersetzung besagt, die Lehre von den Krankheiten und diese hat in erster Linie mit lebenden Patienten zu tun.

Der Pathologe untersucht Gewebe und Zellen auf krankhafte Veränderungen, um so zur Diagnose und der passenden Therapie beizutragen. Dieser Vorgang nennt sich Morphologie, der sich wiederum in drei Teilbereiche aufspaltet, nämlich der Biopsie, das ist die Entnahme und Untersuchung von Gewebeproben, beispielsweise Tumorzellen, die auf ihre eventuelle Bösartigkeit untersucht werden sollen. Ein anderer Bereich ist die Histopathologie. Entnommene Organe werden in der Pathologie untersucht um zum Beispiel Ursachen für eine krankhafte Veränderung eben dieser Organe zu ermitteln. Der dritte Teilbereich ist die Zytopathologie, in der einzelne Zellen untersucht werden, beispielsweise Speichelproben auf die enthaltene DNA.

Die Pathologie ist darüber hinaus ein wichtiges Mittel für die Qualitätssicherung in der Medizin. Die Untersuchungsergebnisse der Pathologen führen zu einem besseren Verständnis über Krankheiten, ihren Verlauf und die Wirkungsweisen einzelner Therapien. Die detaillierten Untersuchungsergebnisse der Pathologie werden der Ärzteschaft präsentiert und führen idealerweise zu einer Verbesserung des medizinischen Standards. Überdurchschnittlich viele Pathologen habilitieren im Laufe ihres Berufslebens, lassen sich also zu Fachärzten ausbilden und gehen in die Forschung, welche ihnen ein weites Betätigungsfeld bietet. Vor Allem in der Tumorpathologie konnten Pathologen in den letzten Jahren viele neue Erkenntnisse sammeln und so die Therapien differenzierter und genau auf die jeweilige Krebsart passend, entwickeln. Während der Pathologe früher lediglich einen Tumor als gut- oder bösartig identifizierte, so untersucht er ihn nun auf seine genau Strukturen um den behandelnden Ärzten die bestmögliche Therapie vorzuschlagen und abzuschätzen, wie der Krankheitsverlauf dadurch beeinflusst wird.