11.05.2011   Kategorie: Ärzte News  

Online Bewertungsportal für Ärzte

Ärzte sind auch nur Menschen – ebenso wie ihre Patienten. Eine gelungene Behandlung basiert auf dem unbedingten Vertrauen zwischen Arzt und Patient. Doch die Suche nach dem kompetenten, sympathischen und zuverlässigen Arzt, bei dem sich der Patient sicher und gut aufgehoben fühlt, erweist sich oft als langwieriges und ermüdendes Unterfangen. Denn leider weiss man nicht im Voraus, wie der Arztbesuch ausfallen wird. Böse Überraschungen können den Hilfesuchenden in der Praxis erwarten. Ob sekundenschnelle Abfertigung, unfreundliches Auftreten oder fachliche Inkompetenz – das alles verrät der Name am Klingelschild nicht.

Das Internet stellt immer mehr Plattformen rund ums Thema Gesundheit, die diese Suche vereinfachen sollen: Onlineportale, die es Patienten ermöglichen, ihren Arzt zu bewerten, boomen. Immer Menschen greifen darauf zu und informieren sich online über Ärzte in ihrer Umgebung. Besonders bei der Suche nach Ärzten aus “sensiblen” Bereichen, wie bspw. Mann sucht einen Urologen in Hamburg, werden solche Plattformen sehr gern genutzt. Ziel der Portale ist es, für Transparenz zu sorgen und die Behandlungsqualität der behandelnden Ärzte zu steigern und gute Fachärzte aller Fachgebiete vom Allgemeinmediziner bis zum Chirurgen, vom Diabetologen bis zum Zahnarzt zu benennen und schwarze Schafe zu markieren.

Doch das Beispiel der Lehrerbewertung im Internet zeigt, welche Gefahren solch ein anonymes Bewertungssystem mit sich bringt. Fälle sind bekannt, die katastrophal vor Gericht endeten – auf Grund ausufernder Schimpftiraden und Onlinemobbing. Denn wer zufrieden ist, meldet sich nicht. Nur wer unzufrieden ist, hat das Bedürfnis, sich auszusprechen und seinem Ärger Luft zu machen – so entsteht ein Ungleichgewicht. Das Ergebnis kann sich kaum repräsentativ nennen, wenn nur drei oder vier Bewertungen vorliegen. Aber sie reichen, um einen Arzt in Verruf zu bringen.

Oft wird auf persönlicher Ebene angegriffen. Hatte der Patient oder der Arzt einen schlechten Tag, so kann dies dem sonst kompetenten Arzt zu Verhängnis werden. Persönlicher Groll kann exzellente Ärzte im Internet diskreditieren und deren Karriere gefährden. Eindrücke sind subjektiv. Was den einen Patienten stört, wird den anderen nicht zwangsläufig auch stören. Daher sind unangemessen vage Aussagen nach der Art “Geht da bloß nicht hin!”, wie sie sich oft finden lassen, kein bisschen hilfreich.
Doch der Grundgedanke des Bewertungssystems ist plausibel. Ärzte können das Portal als Feedback nutzen und somit als Chance, sich zu verbessern. Patienten können andere Patienten vor tatsächlich schlechten und inkompetenten Ärzten warnen und somit vor schlechten Erfahrungen bewahren und viel Zeit sparen. Wichtig ist, dass sich die Patienten um eine detaillierte Bewertung bemühen – in guten wie in schlechten Fällen. Allgemeine Frust-Tiraden helfen Mitpatienten und behandelnden Ärzten nicht. Wer zufrieden war, sollte dies kund geben.

Ein gutes Bewertungsportal sollte daher auf ein großes Repertoire an Meinungen zurückgreifen können. Die Bewertung sollte möglichst genau und umfangreich erfolgen und sachlich bleiben. Leider gibt bis jetzt es nur wenige Bewertungsportale, die seriös arbeiten. Die Idee dahinter ist gut – die Umsetzung jedoch ausbaufähig.