05.05.2015   Kategorie: Ärzte News  

Kinderwunsch bei Krebs?

Viele Menschen erkranken an Krebs. Da die Medizin sich immer weiter entwickelt, kann man Krebs heute gut behandeln und die Überlebenschancen stehen immer besser. Deswegen stellt sich immer mehr die Frage, wie man danach leben kann. Kann eine Frau beispielsweise noch schwanger werden und eine Familie gründen?

Einfrieren von Eizellen

Eine Methode um auch nach einer Krebserkrankung noch Kinder bekommen zu können ist das Sozial Freezing, das Einfrieren von Einzellen. Eine weitere Methode, die auch von Maren Goeckenjan zukünftig vermehrt einsetzen möchten, ist das Einfrieren von Eierstockgewebe.

Künstliche Befruchtung einer Eizelle

Es muss ein Umdenken stattfinden

Vielen Onkologen geht es primär darum, dass die Frauen den Krebs besiegen, an Kinderplanung denken nur wenige. In einigen Instituten wie zb bei Invimed ist es anders. Man bekommt dort ein Gespräch angeboten, bei einem Arzt, der sich mit Fortpflanzung beschäftigt. So kann man sich als Patientin vorher genau damit auseinandersetzen, was man möchte und nichts ist verloren.

Schädigung der Eizellen durch Strahlentherapie

Leider werden durch Zystotika nicht nur Krebszellen, sondern auch andere Zellen geschädigt. Somit können auch Eizellen, aber auch Keimzellen beschädigt werden, was zur Unfruchtbarkeit führen kann. Dieses gilt auch nicht speziell nur bei Bestrahlungen des Bauchraumes, das passiert auch bei anderen Körperstellen. Gegen die Unfruchtbarkeit des Mannes kann man ebenfalls Gegenmaßnahmen ergreifen, indem man die Spermien einfriert und sie somit zu einem späteren Zeitpunkt wieder zur Verfügung hat. Bei Frauen ist das nicht ganz so einfach. Vor der Entnahme, muss man erst mal 2-3 Wochen eine Therapie machen, damit mehr Eizellen reifen werden und man so mehr entnehmen kann. Dies passiert mittels Hormonspritzen, ebenso kann man die Eierstöcke im Körper beim Bestrahlen verlegen.

Was kostet das?

Der Eingriff an sich kostet 1000 €, die Aufbewahrung muss dann natürlich noch mal extra bezahlt werden. Diese kostet 300 – 400 € im Jahr, die selber zu tragen sind, weil die Krankenkassen sich daran nicht beteiligen oder die Kosten übernehmen.

Das Risiko

Wenn man Gewebe der Eierstöcke entnimmt, birgt das auch immer eine Gefahr. Bisher gab es nur einen nachweislichen Fall, bei der die Frau dann auch noch mal schwanger wurde, bei dieser Methode. Entnimmt man diese Zellen, können da durchaus auch Krebszellen drunter sein und dieser könnte dann neu entstehen. Das Risiko ist dabei sehr abhängig von der Krebsart. Es gibt Krebsarten, bei denen das Risiko nicht so hoch ist, beispielsweise bei Lymphdrüsenkrebs. Ein weiteres Risiko entsteht auch dadurch, dass man leichter in die Wechseljahre kommen könnte.

Foto: Künstliche Befruchtung einer Eizelle - In-vitro-Fertilisation © MAN AT MOUSE - fotolia.com