14.07.2014   Kategorie: Ärzte News  

Hernien – Behandlung bedarf Fachwissen

Ein Bruch wird auch als Hernie bezeichnet, wenn das Bauchfell durch eine Muskellücke im Zwerchfell oder in der Bauchwand vorfällt. Wird ein Bruchsack durch das Bauchfell gebildet, dann können Teile des großen Netzes oder des Darmes enthalten sein. Der Bruchsack kann auch mit Flüssigkeit gefüllt sein. In seltenen Fällen kann der Darm auch innerhalb der Bauchhöhle in einer Bauchelltasche eingeklemmt werden. An einer Hernie erkrankten etwa 4 Prozent der Bevölkerung in ihrem Leben. In der Chirurgie gehören sie deshalb zu den häufigsten Krankheiten. Häufig treten sie zwischen dem vierzigsten und fünfzigsten Lebensjahr auf und im Kindesalter. Im Vergleich zu Mädchen und Frauen sind Jungen und Männer etwa achtmal häufiger betroffen.

Die Arten der Hernien

Die Hernienarten werden immer nach dem Ort des Auftretens unterschieden. Die häufigste Bruchform ist die Leistenhernie. Eine Schwachstelle in der Bauchdecke gibt es bei Frauen an der Stelle, wo das Mutterband aus dem Leistenkanal austritt. Bei Männern ist die Schwachstelle bei dem Austritt des Samenstranges. Bei einer Hodenhernie wandert der Bruchsack am Samenstrang oder am Mutterband entlang weiter und gelangt zu den großen Schamlippen oder zum Hodensack. Bei der Bauchwand am Nabel können Schwachstellen angeboren sein und dies sind dann Nabelhernien. Hierbei handelt es sich um die zweithäufigste Bruchform. Durch eine Lücke im Zwerchfell kann sich der Bruchsack in den Brustkorb schieben und dies ist die Zwerchfellhernie. Besonders bei Frauen kommt es auch häufig zu der Schenkelhernie. Im Bereich einer Narbe kann sich nach Operationen eine Narbenhernie bilden.

Wie Hernien entstehen

Als dünne Hautschicht überzieht Bauchfell die innere Bauchwand, Milz, Magen, Leber und Darm. Es wird dafür gesorgt, dass die Bauchorgane alle gegeneinander verschoben werden können. Sollte es eine Muskellücke geben und Bauchfell tritt aus, dann kommt es zu einem Bruchsack. Damit können die Organe im Bauch nach außen gelangen. Als Ursachen gibt es Operationen, angeborene nicht vollständige Verschlüsse von der Bauchwand und einen starken Druckanstieg durch Tumore, Wasseransammlungen, Husten oder Pressen. Begünstigte Faktoren sind hohes Alter und Übergewicht.

Die Behandlung

Patienten haben meist ziehende, stechende oder spitze Schmerzen und es gibt ein Druckgefühl. Es kann zu Blut im Stuhl, zu Durchfall und zu Verstopfung kommen. Die Leistungsfähigkeit sinkt und es gibt allgemeine Krankheitsgefühle. Es kann sogar zu einem Darmverschluss kommen und einige Fälle sind lebensbedrohlich. Als Therapie der Hernien werden Operationen notwendig. Je nach Alter, Allgemeinzustand und Art des Bruchs gibt es unterschiedliche Methoden. Sehr wichtig ist, dass die Untersuchung und Operation in einem zertifizierten Hernienzentrum durchgeführt werden. Nur Hernien-Experten und Fachkliniken erhalten ein DHG-Siegel für qualitätsgesicherte Hernienchirurgie.