09.08.2010   Kategorie: Fachärzte  

Diabetologe

Ein Diabetologe ist ein Facharzt und behandelt die Krankheit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). Es werden sowohl Erwachsene als auch Kinder behandelt. Diabetes gibt es in 2 Formen (Typ I und Typ II). Egal von welchem Typ der Patient betroffen ist, der Diabetologe ist Spezialist und Fachmann für beide Typen.

Zunächst besteht die Aufgabe eines Diabetologen darin, zu diagnostizieren, welche Form der Zuckerkrankheit vorliegt. Dazu wird mehrmals am Tag der Blutzucker des Patienten gemessen. Weiterhin bekommt der Patient eine spezielle Zuckerlösung. Wenn er diese verzehrt hat, wird der Blutzucker erneut gemessen. Diesen Test nennt man Glucosetoleranztest. Ein an Diabetes Erkrankter weist bei diesem Test einen erhöhten Blutzuckerspiegel auf. Ebenso wird der Urin der Patienten untersucht. Bei Diabetikern wird dann auch im Urin Glucose nachgewiesen. Der Diabetologe stellt dann anhand der Beschwerden (Müdigkeit, starkes Durstgefühl), anhand der Untersuchungsergebnisse und anhand des Alters des Patienten fest, ob Typ I oder Typ II der Diabeteskrankheit vorliegt.

Diabetes verändert das Leben der Patienten. Genau aus diesem Grund muss der Diabetologe die Patienten über die Krankheit informieren und schulen. Der Diabetologe bringt seinen Patienten bei, wie sie sich künftig zu ernähren haben, wie und wann sie das Insulin spritzen müssen, wie und wann welche Medikamente einzunehmen sind und wie eine Blutzuckermessung durchgeführt wird. Ein Diabetologe muss sehr viel Einfühlsvermögen mitbringen, da es für viele Menschen nicht einfach ist, sich selbst zu spritzen. Gerade Kinder haben vor so etwas große Angst. Ebenso führen Diabetologen Schulungen in Alten – und Pflegeheimen durch, da es in solchen Einrichtungen meist auch diabeteskranke Menschen gibt. Die Zuckerkrankheit kann auch Folgekrankheiten, wie zum Beispiel wunde Beine, hervorrufen. Auch diese Folgekrankheiten werden von einem Diabetologen behandelt und überwacht.

Der Diabetologe begleitet seine Patienten auch im weiteren Verlauf der Krankheit. In seiner Praxis finden beispielsweise die Kontrolluntersuchungen statt. Bei solchen Untersuchungen wird wiederum Blut abgenommen und der Blutzuckerspiegel kontrolliert. Der Diabetologe prüft hier den HbA1c-Wert. Ist dieser Wert zu hoch, dann ist das ein Zeichen dafür, dass der Patient in der vergangenen Zeit zu wenig Insulin gespritzt hat oder der Arzt die verschriebenen Medikamente umstellen muss. Weiterhin wird bei solchen Kontrolluntersuchungen auch geprüft, ob eventuell schon Folgeerkrankungen aufgetreten sind.

Diabetologen behandeln auch Notfälle – beispielsweise wenn Unterzuckerung vorliegt. Dies passiert, wenn Menschen zu lange nichts essen. Genau dann legt der Diabetologe dem Patienten eine zuckerhaltige Infusion, damit sich der Blutzuckerspiegel des Unterzuckerten wieder normalisiert und stabilisiert.

Diabetologen sind meist selbständig und haben eine eigene große Praxis. Es gibt aber auch Diabetologen, die angestellt sind und in einer Schwerpunktpraxis oder in einem Krankenhaus arbeiten.

Foto: Hemera | Thinkstock Images