10.07.2012   Kategorie: Ärzte News  

Dentale Bildgebungsverfahren

Die klassische und altbewährte Bildgebungsmethode beim Zahnarzt ist das Röntgen. Mittels einer Röntgenröhre werden Röntgenstrahlen erzeugt und mit ihrer Hilfe können verschiedene Arten von Röntgenbildern angefertigt werden.  Als Übersichtsaufnahme und zur Planung von Zahnersatz dient das Orthopantomogramm (OPG), auf dem sämtliche Zähne des Ober- und des Unterkiefers sowie die Kieferknochen bis zu den Kiefergelenken abgebildet sind. Außerdem läßt sich auf einem OPG die Höhe und der Verlauf des Kieferknochens beurteilen. Dies lässt u.a. Rückschlüsse auf die Notwendigkeit einer Parodontitisbehandlung zu.
Zur Kariesdiagnostik sind Bißflügelaufnahmen (Aufnahme aller Zahnkronen der Seitenzähne des Ober- und Unterkiefers auf einer Seite) sehr gut geeignet. Im Rahmen von Wurzelkanalbehandlungen und einiger anderer Fragestellungen bieten Zahnfilme (Röntgenbilder einzelner Zähne) die beste Darstellung der gewünschten Region.

Die Anfertigung eines Fernröntgenseitenbildes (Kopf von der Seite aus größerer Entfernung) befähigt den Kieferorthopäden zu Aussagen über das Verhältnis und die Lage von Kiefer- zu Schädelknochen. Basierend auf diesen Befunden kann dann die geeignete kieferorthopädische Behandlungsmethode gewählt werden.

Weitere Spezialaufnahmen sind indiziert bei seltener vorkommenden Ereignissen wie z.B. Brüchen des Kieferknochens oder angrenzender Schädelknochen, bei Kiefergelenksproblemen, bei Verdacht auf das Vorliegen von Speichelsteinen sowie bei Verdacht auf sonstige Knochenveränderungen wie Zysten o.ä. Diese Spezialaufnahmen werden jedoch in der Regel nicht in der Zahnarztpraxis angefertigt.

Beim Röntgen werden entweder klassische Röntgenfilme belichtet, die anschließend in der Dunkelkammer mithilfe spezieller Chemikalien entwickelt werden, oder digitale Speicherfolien, die mittels PC sofort ausgelesen werden und das Bild ohne Wartezeit liefern.

Auf Röntgenbildern werden die Strukturen zweidimensional dargestellt. Da sich infolgedessen oftmals mehrere knöcherne Strukturen überlagern, erfordert die Befundung von Röntgenbildern viel Erfahrung.

Seit einigen Jahren bietet die digitale Volumentomographie eine interessante Erweiterung des Bildgebungsspektrums beim Zahnarzt. Bei dieser Methode werden die Daten derart aufbereitet, dass eine dreidimensionale Darstellung möglich ist. So können Kieferregionen, die sich auf klassischen Röntgenbildern überlagern, am Bildschirm von allen Seiten und in allen Schnittebenen betrachtet werden. Dies ist zum Beispiel bei der Implantatplanung von großem Vorteil oder bei der Beurteilung des Nervverlaufs in Bezug zu den Wurzeln im Knochen sitzender unterer Weisheitszähne vor deren Entfernung.

Weitere Bildgebungsverfahren wie Ultraschall, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) finden in der Zahnmedizin so gut wie keine Verwendung, ebensowenig die Anwendung von Röntgenkontrastmitteln.

Foto: superfano | sxc.hu