26.05.2010   Kategorie: Fachärzte  

Anästhesist

Ein Anästhesist ist ein Facharzt, der für die Gabe und Überwachung während einer allgemeinen, regionalen oder lokalen Anästhesie zuständig ist. Weiterhin kontrolliert er während operativen Eingriffen unter Vollnarkose die Vitalfunktionen des Patienten, führt vorab Aufklärungsgespräche rund um die zu erfolgende Narkose, wie Gefahren, Nebenwirkungen und Folgen, bespricht familiär aufgetretene Krankheiten und Allergien gegen verwendete Analgetika, und weist auf eventuelle Schäden hin.

Zum Aufgabengebiet gehört weiterhin die Wartung, Überprüfung und genaue Dosierung von Gerätschaften und benötigtem Zubehör, errechnen von individuell zu verabreichenden Dosen, und der postoperativen Nachsorge. Betreuung von intensivmedizinisch behandelten Patienten, umfassende Schmerztherapie des kurativen so wie des palliativen Medizinzweiges, und Bestandteil der sogenannten Rettungskette im Not-oder Katastrophenfall gehören ebenfalls zum Alltag eines Anästhesiologen.

Die Ausbildung eines Anästhesisten umfasst neben dem medizinischen Grundstudium das folgende 5jährige fachbildende Studium der Anästhesiologie, welches nach Beendigung in verschiedene Unterbereiche vertieft werden kann, wie etwa Schmerztherapie oder spezielle Intensivmedizin.

Die Einsatzgebiete bewegen sich zum großen Teil natürlich im Operations-Segment, da dort die allgemeine Anästhesie, sowie deren Vor-und Nachsorge sehr oft zum Tragen kommt. Im Operationssaal wird auch bei vielen ambulanten Eingriffen oder diagnostischen Operationen oft nur eine Teilnarkose angewandt , wie zum Beispiel beim Einsetzen einer Endoprothese von Hüfte oder Knie, oder einer Spinal- oder Periduralanästhesie in der Geburtshilfe.

Auch in der Notfallmedizin kommt die Analgesie oft zum Einsatz, ob als Oberflächenanästhesie bei der Blutentnahme von Kindern oder ängstlichen Patienten, oder als Regionalanästhesie bei der tiefergehenden Wundversorgung, wie etwa das Nähen oder Klammern von Schnitt- oder Platzwunden.

Im palliativen Feld werden bei schweren Erkrankungen, auch meist im Endstadium gelagert, oft starke Schmerzmittel auf Morphinbasis in Dauergabe verabreicht, um den Patienten vor nicht ertragbaren Schmerzen zu bewahren. Auch Patienten, die in ein sogenanntes “künstliches Koma” versetzt werden, welches eigentlich aufgrund der Kontrollierbarkeit eher eine Sedierung denn ein Koma ist, profitieren von der Gabe der Anästhetika.