19.08.2010   Kategorie: Fachärzte  

Allergologe

Die Allergologie ist eine Unterdisziplin der Medizin und befasst sich schwerpunktmäßig mit dem Entstehen, der spezfischen Ausprägung sowie mit den möglichen Verlaufs- und Behandlungsformen von Allergien. Unter Allergien versteht man im Allgemeinen eine krankhafte, überbordende Abwehr-Reaktion des Körpers auf gewisse Umwelteinflüsse, die sogenannten Allergene. Diese Allergene sind in der Regel harmlos und unschädlich für den Organismus. Allergien können ganz unterschiedliche Symptome nach sich ziehen, oft gehen sie aber mit einem entzündlichen Hautausschlag einher, der ein erstes Anzeichen für den Betroffenen darstellt.

Der Titel Allergologe setzt eine fachliche Zusatzqualifikation voraus, die sowohl von Hautärzten als auch von Hals-Nasen-Ohrenärzten sowie Lungenfachärzten erworben werden kann. Auch Fachärzte für Innere Medizin, die sogenannten Internisten, Kinderärzte und Praktische Allgemeinmediziner haben die Möglichkeit, die Weiterqualifikation zu erhalten. Zum Aufgabenfeld eines Allergologen gehört in erster Linie die Diagnostik und Behandlung verschiedener Formen von Allergien. Mithilfe von mehr oder weniger umfangreichen Allergietests kann die jeweilige Ursache für allergische Reaktionen herausgefunden werden. Dabei kommt am häufigsten der sogenannte Prick-Test zur Anwendung: Dabei werden dem Patienten all die Substanzen, die möglicherweise für die allergischen Reaktionen verantwortlich zeichnen, in flüssiger Form auf den Oberarm aufgetröpfelt. Im Anschluss wird der Patient an den beträufelten Stellen mit einer Nadel gestochen, sodass sich sein Blut mit den Stoffen vermischen kann. An den Reaktionen des Körpers kann der Allergologe ablesen, gegen welche der Stoffe der Patient unter Umständen allergisch sein könnte und welche er problemlos verträgt. Die Stellen, die nach einigen Minuten schmerzhaft anschwellen und zu jucken beginnen, weisen darauf hin, dass hier eine für den Patienten allergene Substanz ins Blut gelangt ist. Neben diesem kleinen Allergietest kann der Allergologe auch ein großes Blutbild in Auftrag geben, anhand dessen er noch ausführlicher ablesen kann, welche Stoffe als Allergene in Frage kommen.

Der nächste Schritt besteht dann sinnvoller Weise in einer an die jeweilige Allergie angepassten Behandlung. Neben einer symptomatischen Therapie durch sogenannte Antihistaminika und Kortisol muss der Allergologe den Patienten auch über eine mögliche Primärprophylaxe informieren, das heißt dass der Patient genau darüber Bescheid wissen muss, in welchen Lebensmitteln und anderen Stoffen die Allergene enthalten sind und wie er den Kontakt zu diesen am besten vermeiden kann. Durch Hyposensibilisierung, bei der dem Patienten in regelmäßigen, in der Regel zeitlich nahe beieinader liegenden Sitzungen steigende Dosen des Allergens zugeführt werden, soll der Körper an das Allergen gewöhnt werden, sodass Symptome künftig vermieden werden können. Eine solche Hyposensibilisierung nimmt oftmals einen langen Zeitraum in Anspruch, kann sich aber auch dauerhaft lohnen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Aufgabenfeld des Allergologen recht vielseitig und umfangreich ist: Von der Diagnostik über die Behandlung bis hin zur Nachsorge muss der Allergologe seine Patienten betreuen und beraten und in einigen Fällen, besonders bei Kindern, auch das familiäre Umfeld in die Behandlung mit einbeziehen. Deswegen ist nicht nur Fachwissen, sondern auch Einfühlsamkeit des Arztes gefragt, da sehr schwere Allergien und Allergien bei Neugeborenen eine große Belastung für Patient und Familie darstellen können.

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